ist eine wissenschaftliche Disziplin der Pädagogik, die medizinische, soziale und psychologische Aspekte beinhaltet.
Die heilpädagogische Arbeitsweise richtet sich nach den von Paul Moor formulierten Grundsätzen, die bis heute nicht an Wertigkeit verloren haben.
"...wir müssen das Kind verstehen, bevor wir es erziehen..."
"... wo immer ein Kind versagt, haben wir nicht nur zu fragen: Was tut man dagegen? - Pädagogisch wichtiger ist die Frage: 'Was tut man dafür?'"
"Wir haben nicht nur das entwicklungsgehemmte Kind zu erziehen, sondern immer auch seine Umgebung."
Das Ziel der heilpädagogischen Förderung ist es, in einem gemeinsamen Lernprozess die Entfaltung und Koordination menschlicher Veranlagungen und Begabungen zu ermöglichen:
- um eine möglichst gute Beziehung zu sich selbst (Ich - Kompetenz),
- zu anderen Personen (soziale Kompetenz),
- zur Sach- und Umwelt (Sach - Kompetenz)
- und zu ideellen Werten (Sinn - Kompetenz) zu erreichen.
Demnach gestaltet sich Heilpädagogik als Individualpädagogik, die vom Kinde ausgeht und das Kind in seiner Ganzheitlichkeit betrachtet. Sie stellt sich gegen die Defekthaftigkeit des menschlichen Daseins und betont die in dem Kinde vorhandenen Stärken, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten zur Lebensbewältigung und Daseinsgestaltung. Ihr Ziel ist es, durch pädagogische Intervention Entwicklungs- und Lebenshilfen zu geben und dem Betroffenen in seiner Persönlichkeit Teilhabe am Leben der Gemeinschaft / Gesellschaft zu ermöglichen. (Integrationspädagogik)
Sie bezieht in ihren Methoden von daher sowohl personale (körperliche, psychische. Entwicklungsstand/Befindlichkeit) als auch soziale und familiäre Dimensionen mit ein, um den Betroffenen zu verstehen, zu begleiten und zu fördern. So versteht sich Heilpädagogik als Förderpädagogik, die Kenntnisse therapeutischer Methoden hat, sie aber modifiziert im Einzelfall anwendet. (s.a. Methoden)
Heilpädagogische Methoden richten sich nach bestimmten Prinzipien. Heilpädagogische Arbeit bedeutet:
wir arbeiten:
- bedürfnisorientiert: die Stärken, Wünsche und Bedürfnisse des Kindes, Jugendlichen stehen im Vordergrund.
- handlungsorientiert: die Betroffenen geben den Weg vor, sie lernen über die eigenen antreibenden Kräfte und die eigene Aktivität, wir geben Impulse und begleiten sie dabei.
- personenorientriert: das heilpädagogische Angebot umfasst die individuelle Begleitung und Förderung in Einzelkontakten und Kleingruppen durch eine feste Bezugsperson.
Pädagogische Beziehungsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil heilpädagogischer Arbeit.
Die Förderung ist als Hilfe zur Lebensentfaltung im Anderssein, sowie besonders auch als Hilfe zur Eingliederung in die Gesellschaft zu sehen. Innerhalb des Prozesses der Förderung stehen folgende Punkte im Vordergrund:
- Entwicklungschancen des Kindes erkennen und Möglichkeiten für den Transfer im Alltag suchen.
- Nicht defizitorientierte Förderung, sondern Förderung, die an den Stärken des Kindes ansetzt unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes des Kindes.
- Sensibilisierung der Eltern, bzw. anderer Erziehungsberechtigter für den besonderen Entwicklungsverlauf des Kindes.